.243 Winchester - Eine kleine Zicke
Eine Kipplaufbüchse musste her. Nicht dass ich sie wirklich brauchte, denn mit meinem Repetierer hatte ich eigentlich ein Gewehr für alles. Es wurde dann eine Blaser Kipplaufbüchse mit einem Swarovski Zielfernroher 4-16x50 und Blaser Sattelmontage.
Bei der Patrone wollte ich etwas schnelles. Viele Stimmen behaupten dass in eine Kipplaufbüchse eine Randpatrone gehört. Dann wäre die 6x62R Freres oder 6,5x65R RWS zu Verfügung gestanden. Aber die Beschaffung von Matrizen und Hülsen für diese Patronen sind nicht gerade preiswert. Da aber auch genügend Schützen Kipplaufwaffen mit Patronen ohne Rand verwenden und dabei keine Probleme auftreten entschied ich mich für die .243Winchester - und hatte damt bisher auch noch keine Probleme.
Bis das Gewehr geliefert wurde, hatte ich genügend Zeit im Internet zahlreiche Informationen und Ladedaten für die Patrone zu sammeln. Einstimmiger Tenor war dass die Patronen eher stark geladen werden sollen, um eine brauchbar Präzision zu bekommen. Weiters war gelegentlich zu lesen, dass die Patrone oft leicht zickig ist. Aber als Wiederlader schreckte mich dies nicht ab, im Gegenteil, es stellt eine willkommene Aufgabe dar, eine brauchbare Ladung zu entwickeln.
Zickenterror
Ich habe ein ganzes Arsenal an Patronen vorbereitet. An Geschossen hatte ich das 78gr Möller KJG, 80gr Remington Power Lokt (welches in der 55gr Ausführung aus der .223 Remington sehr gut flog und wirkte) sowie das 85gr Hornady Interbond.
An Pulver standen Rottweil R903 sowie R904 und Norma MRP zur Verfügung. Hülsen waren von Lapua und Matchzünder von CCI.
Um es kurz zu machen: Das Remington Power Lokt war aus dieser Waffe mit keinem der Pulver ordentlich zum schießen zu bringen - zumindest nicht nach meinen Ansprüchen.
Das 85gr Hornady Interbond war mit R904 und MRP auch nicht das Gelbe vom Ei, mit R903 geladen ergaben sich jedoch absolut brauchbare Streukreise von 20mm mit 3 Schuss auf 100 Meter.
Mit dem 78gr Möller KJG hatte ich nur R903 versucht und schoss mit 3 Schuß 15mm Gruppen auf 100 Meter. Hatte es dann ebenfalls auf 300 Meter versucht, und es ergab jagdlich brauchbare 70mm auf diese Distanz. Die Mündungsgeschwindigkeit war mit 1030 Meter pro Sekunde auch ganz flott.
Andere Waffe - andere Ergebnisse
Einige Zeit später war ein Jagdaufseher an mich herangetreten. Er hat eine Blaser Bockbüchsflinte mit Kugellauf in .243Win in seinem Schrank stehen, mit welcher er jedoch keine rechte Freude hat, da sie eine Streuung hat wie eine Gießkanne.
KJG hatte ich keine mehr zur Verfügung und machte jeweils mit R903 geladene Patronen mit dem 80gr Remington PowerLokt und dem 85gr Hornady Interbond. Und nun kam die Überraschung.
Die PowerLokt stanzte mit 5 Schuss auf 100 Meter ein Schußbild von 25mm in die Scheibe. Jagdlich somit also bis 200 Meter sicherlich absolut ausreichend. Dies hatte mich überrascht, da das Ding aus dem Lauf meiner Kipplaufbüchse nicht gerade ein Präzisionswunder war.
Dafür mochte die Waffe dann das 85gr Interbond, das aus meiner Waffe hervorragend schoss, überhaupt nicht und nach drei Schüssen die auf 70mm verteilt waren habe ich damit aufgehört.
Und was noch kommt...
Da nicht jeder bereit ist 1,40 Euro für ein KJG Geschoss zu bezahlen, habe ich als bleifreie Alternative noch das 85gr Barnes TSX angeschafft und werde es demnächst testen.
Ebenso wird noch das 85gr Sierra Game King HP-BT getestet, welches aus der .243Win normalerweise auch ganz hervorragend laufen soll.
Für Reh und Gams sind die angeführten Geschossgewichte sicherlich ausreichend. Bei Rotwild wäre es sicherlich ratsam Geschosse im Bereich 95gr und schwerer zu verwenden, sofern nichts bleifreies zur Verwendung kommt. Insbesondere das Nosler Partition sei dabei als gutes Geschoss erwähnt.
Hier noch ein Link zur Infoseite über die .243Win auf 6mmbr.com
 |