Kleider machen Leute
Unter diesem Motto kann man das "Gewehr des Monats" für den Dezember 2008 sehen. Ein Mauser-Umbau mit einem etwas besonderen Äußeren - Arbeitsanleitung inklusive.
Das Mauser-System
Bei der hier vorgestellten Waffe handelt es sich um einen umgebauten Mauser. Es wurde ein 26 Zoll Lothar Walter Matchlauf eingebaut (Varmintkontur, 12 Zoll Drall, Mündungsdurchmesser 22mm, Kaliber .308). Der alte Schaft wurde durch einen Kunststoffschaft von Butler Creek ersetzt. Anstelle des Original-Abzug wurde ein Timney Matchabzug eingebaut. Dieser löst sauber bei 590 Gramm aus. Beim Zweibein handelt es sich um einen Nachbau des bekannten Harris-Bipod ("shooter's ridge" Zweibein um 85 Euro auf Egun ersteigert).
Als Zieloptik wurde ein Nikon Monarch 3, 6-24x50 SF mit Fine Crosshair Absehen montiert.
Nun zur Besonderheit der Waffe
Der Camouflage-Anstrich
Zunächst das verwendete Material: EC Paint Spraydosen (Oliv, Sandfarben- kosteten beide €36), dazu Schwarze Lackierung, Grundlackierung, matter & glänzender Klarlack (08/15er Lack vom Baumarkt, €30 zusammen)
Vor dem Lackieren - das System wurde sandgestrahlt.
Bevor die Waffe lackiert wurde, wurden versuchsweise andere Gegenstände lackiert, um die Lacke auf ihre Widerstandsfähigkeit zu testen. Auf einer Axe-Deo Dose (raue Oberfläche) ließ sich die üppig aufgetragene Lackierung der EC-Paintsprays fast nicht entfernen. Wasser war wirkungslos, Remington Waffenöl und WD40 genauso. Erst Stahlwolle und Hoppes #9 brachten den Lack halbwegs runter. Die Dosen sind ihr Geld wert!
System sowie Magazinkasten wurden vor dem Anstrich durch den sandgestrahlt, damit der Lack besser hält. (Vorsicht: auf den sandgestrahlten Flächen bilden sich schnell Rostflecken, da die Oberfläche ungeschützt ist! Es ist also ratsam, nicht erst ein paar Tage nach dem Sandstrahlen den Lack aufzubringen).
Vor dem Lackieren wurde die komplette Waffe mit Bremsenreiniger gereinigt und die Oberfläche der gesamten Waffe aufgeraut.
Achtung: nehmt kein Schleifpapier, und wenn, dann das Feinste, welches Ihr bekommt. Habe zu grobes genommen und somit einen halb zerkratzen Schaft. Am Besten wäre grobe Stahlwolle, welche dann letztendlich auch verwendete wurde.
Danach verpasst man der Waffe erst mal eine Grundlackierung, damit Rost, der vielleicht übersehen wurde, sich nicht mehr ausbreiten kann, und die Farbe besser haftet. Diese Grundlackierung machte die Oberfläche griffig und leicht rau, was sich später als Vorteil herausstellen sollte.

So sieht das Kunstwerk aus, wenn die Grundierung aufgebracht wurde.
Dieser Schritt ist der schlimmste, sollte man nicht vor haben, seine Waffe in Winterfarben zu tarnen, da sie äußerlich grundlegend verändert wird, mit der "alten" Waffe absolut nichts mehr gemeinsam hat, aber das Endprodukt noch weit weg ist.
Dabei ist darauf zu achten, den Verschluss nicht zu stark zu lackieren, da es zu einem schwereren Schlossgang führt, bis sich der Lack an diesen Stellen abgenützt hat. Außerdem wird sich Lack immer von manchen Stellen des Verschlusses lösen. Bei schwarzem Verschluss am besten schwarz lassen, sprich nicht lackieren.
Danach nehme man den oliven Lack zur Hand, und übersprühte damit die ganze Waffe.
Im Anschluss an die Grundierung, wird das Gesamte mit olivem Lack besprüht.
Wie am folgenden Bild erkennbar, wurden Grashalme, Blätter, Äste als Schablonen bei der Lackierung verwendet. Dabei sind die Grashalme je nach Möglichkeit zu fixieren, da sie sonst unter dem Druck der Dose davonfliegen und das Muster womöglich nicht die gewünschte Form hat.
Um die Muster zu erhalten sprüht man mit dem sandfarbenen Spray über die aufgelegten Schablonen (Äste, Blätter,..) und erhält die gewünschten Muster...
Die "Schablonen" werden aufgelegt, und mit der sandfarbenen Spraydose eine weitere Lackschicht aufgetragen...
...und das Zielfernrohr
hier wird auf die Grundierung verzichtet. Dadurch lässt sich der Lack im Fall der Fälle wieder relativ leicht entfernen, sollte die Notwendigkeit bestehen, das Glas auf eine andere Waffe zu verpflanzen.
...und so sieht das vollendete Kunstwerk aus!
Schussgruppen/verwendete Munition
HINWEIS : DIE IM WEITEREN GENANNTEN LADEDATEN HABEN SICH IN DER TESTWAFFE ALS SICHER ERWIESEN. FÜR ANDERE WAFFEN GILT : REDUZIEREN SIE DIE GENANNTEN LADUNGEN. JEDER WIEDERLADER HANDELT AUF EIGENE VERANTWORTUNG!!!
Die Büchse schießt 5 Schüsse auf 100 Meter auf ein Schusspflaster zusammen - sofern der Steuermann seine Hausaufgaben macht. Verwendet wird dabei die nachfolgende Handladung:
Hülse: Norma, 50,5mm getrimmt
Zünder: CCI BR2
Pulver: Vihta Vouri N150, 43,6gr
Geschoss: Hornady 168grs HPBT, Molycoated
OAL: 73mm
Der Malermeister
Diese Büchse hat ihre Heimat im Burgenland und gehört einem jungen und motivierten Schützen, dem Leser des IWÖ Forum unter dem Namen FMJ bekannt.
Abschließend noch ein Link zu einem Artikel zum Thema "Lackieren eines Schaftes" (englisch).
 |